Bedeutung von Balance

Balance

Viele Branchen benutzen heute das Wort Balance. Ein Modewort? Sicherlich, wenn die Kosmetik von „Ausbalancierung“ Deiner Haut spricht. Der Wellnessbereich verspricht, die „Work-Life-Balance“, übersetzt das Arbeits-Lebens-Gleichgewicht, wiederherzustellen. Ebenso ist von Balance die Rede von Nahrungsergänzungsmitteln bis Sportschuhen.

In diesem Blog ist mit Balance das Gleichgewicht gemeint, was wir in jedem Moment wiedererlangen. Denn es hat nichts Statisches an sich, das Kennzeichen des Lebendigen ist Bewegung und jeder Schritt erfordert neues Ausbalancieren. Ohne Gleichgewicht würdest Du fallen statt Dich fortzubewegen.

Ausgewogene Ernährung, genügend Schlaf und Bewegung, dazu als Grundsatz ein Maß halten sind wichtige Faktoren.

Ein Fokussieren von Zielen wird Dir erst möglich bei guter Balance, weil Du ansonsten mit Dir selbst genug beschäftigt bist. Neben der körperlichen ist die emotionale Balance entscheidend für ein Weiterkommen. Wohlgefühl lässt aus dem Vollen schöpfen, um die nächsten Schritte anzugehen.

Dysbalance

Bei einem verständlichen Sehnen nach Wohlgefühl stärken Dich vor allem die Erfahrungen, aus Dysbalancen zur eigenen Mitte zurückzufinden. Je weiter Du von der Mitte entfernt warst, desto größer der Mut, der aus ihrem Wiedererlangen wächst.

Mit diesem Mut traust Du Dir mehr zu und tolerierst gleichzeitig das temporäre Entfernen von der eigenen Mitte viel gelassener. Übung macht den Meister!

Wie gut Du in der eigenen Mitte bist, erkennst Du daran, wie schnell Du herauszubringen bist:

Regst Du Dich schnell auf?

Können andere Dich rasch überzeugen, was für Dich das Beste wäre?

Überwiegen bei neuen Schritten Deine Ängste den Mut, sie zu gehen?

Lebst Du schon Dein Inneres oder steuert das Außen noch maßgeblich?

Selbsterkennung ist der erste Schritt, um weiterzukommen, zu spüren, wo noch mehr Möglichkeiten vorhanden sind. Wie schon erwähnt, ist Balance nicht statisch, es geht um das Wiedererlangen, egal, von welchem Punkt aus.

Wie ist das zu schaffen?

In Balance sein

In Balance bleiben ist ein höchst aktiver Prozess. Doch in entspannten Situationen fällt es Dir leicht. Denke z.B. an einen Urlaub am Strand, Sonne, Meer, Dein Lieblingsbuch in der Hand. Das Gleichgewicht wird durch jeden dieser äußeren Faktoren gestärkt.

Wie sieht Dein Alltag aus? Partner oder Partnerin können unterstützen, in die Ruhe bringen, Dich verstehen, vielleicht sogar Deine Hobbys teilen. Der Arbeitsplatz mag genau Deinen Fähigkeiten entsprechen, gut erreichbar sein, mit einem netten Chef und ebensolchen Kollegen. Er mag ein angenehmes soziales Umfeld bieten und selbstverständlich gut bezahlt sein.

Dein Zuhause ist vielleicht ruhig gelegen mit guter Anbindung ans Zentrum oder die nächst gelegene Stadt. Einrichtung, Helligkeit, Arbeitsaufwand und Nachbarschaft entsprechen genau Deinen Vorstellungen.

Körperlich fühlst Du Dich fit, hast weder chronische Erkrankungen noch erhöhte Infektanfälligkeit. Sport macht Dir Spaß und Du kannst ihn zeitlich gut auch während der Woche ausüben. Fitnessstudio oder Natur bieten sich zum Trainieren gleichermaßen an.

Sozial bist Du eingebunden in Familie, Freundes- und Bekanntenkreis, ohne auf Deine wichtigen Rückzugsmomente verzichten zu müssen. Außerdem bieten die Social Media die Möglichkeit, viele Menschen und neue Ideen kennenzulernen, dazu sind nicht einmal lange Fahrten nötig.

Darüber hinaus kannst Du Dich gut regenerieren, Dein Lebensrhythmus bewegt sich in einem ausgewogenen Verhältnis von Arbeit zum Lebensunterhalt, Freizeit zur Persönlichkeitsentwicklung und Schlaf für ein gediegenes Erholen. Somit wird jede Anstrengung tagsüber wieder ausgeglichen.

Finanziell lebst Du sorgenfrei. Alltag, Urlaub und Extras sind leicht aus Deinem Budget zu bestreiten. Außerdem ist für die Rentenzeit bestens vorgesorgt, sodass Geld deine aufgeschobenen Projekte in der Phase des Ruhestands zu hundert Prozent umsetzen lässt.

Die Aufzählung ließe sich beliebig fortsetzen. Doch interessant ist ebenso, welche Faktoren, wie viele, in welchem Ausmaß an Deiner Balance rütteln können. Kein Mensch lebt in allen genannten Bereichen ein ganzes Leben lang im Optimum.

In Dysbalance sein

In Dysbalance geraten

Schon bei einem einfachen Schritt auf ebenem Boden bist Du nicht in jedem Moment hundertprozentig in der Balance. Gesteuert durch Deinen Gleichgewichtssinn halten automatisierte Bewegungsabläufe und Ausgleichsbewegungen Dich in der Senkrechten. Ähnlich ist es mit der Psyche.

Wie immer, entscheidet das Innere über das Äußere. D.h., ein und derselbe Auslöser kann in Dysbalance bringen oder aber die Balance stärken. Beispielsweise würde ein aus dem Gleichgewicht geraten sich äußern in Depression, Angstzuständen, Aggression usw.

In der Psychologie wird von Resilienz gesprochen, wenn Menschen eine große psychische Widerstandskraft besitzen. Bei ihnen entscheidet das Äußere nicht so sehr über ihr inneres Befinden, sie ruhen in sich. Wer resilient ist, kann leichter schwierige Situationen überstehen als labile Menschen.

Doch was hilft, die Balance wiederzufinden trotz widriger Umstände?

Dysbalance überwinden

Annehmen und Sinnfrage

  • Annehmen der Situation entspannt, lässt tief durchatmen. Ein tiefer Frieden kann die vorhandenen Kräfte zum Vorschein bringen. So ist Kraft da, wenn es um´s Handeln geht. Statt sie zu vergeuden, richten sich alle Kräfte auf das Vorwärts
  • Nach dem Sinn fragen und ihn erkennen lässt leichter annehmen, was nicht zu ändern ist. Wer an eine höhere Macht glaubt, der kann sich vertrauensvoll an sie wenden und sich selbst als Teil eines größeren Ganzen sehen

Lücke und Lösungen

  • Auf die Lücke schauen vermeidet im Straßenverkehr einen Crash ebenso wie im Leben. Nur, wohin die Aufmerksamkeit sich richtet, können Energien fließen. Halte Dich also nicht mit den Hindernissen auf, die Dein Ungleichgewicht verursachen, sondern schaue nach Möglichkeiten, sie zu umgehen
  • Lösungen finden trotz vieler Rückschläge kennzeichnet erfolgreiche Menschen. Sie lassen sich nicht entmutigen, sondern handeln nach der Devise „Wo zwei Türen zugehen, öffnet sich eine dritte.“ Etwas für möglich halten, eröffnet Möglichkeiten

Kräfte und Ausgleich

  • Eigene Kräfte wecken bedeutet, schlafende Riesen ins Spiel zu bringen. Jeder Mensch verfügt über ureigene, starke Kräfte. Sie haben sich schon oft gezeigt in schier unüberwindlich scheinenden Situationen. Nutze sie jetzt für Dich selbst!
  • Schaffe einen Ausgleich für das, was Deinem Wohlgefühl entgegenwirkt. Spielt das Leben Dir Schwierigkeiten ein, tue Dir Gutes, um sie zu überwinden. Ausgleich bringt zurück in die ursprüngliche Balance

 

Neue Balance erlangen

Beispiel von Dysbalance

Obwohl ich mir den Sommer und Herbst dieses Jahres anders vorgestellt hatte, passten die heftigen familiären Themen absolut in meinen Lebensplan. Zu keiner Stunde fehlte mir Kraft, Klarheit oder Beistand aus der geistigen Welt.

Nur, indem heftiger als gewöhnlich an meinem Gleichgewicht gerüttelt wurde, brauchte ich deutlich mehr Energie, die Balance zu halten oder sie wieder zu erlangen.

An Beispielen siehst Du am leichtesten ,wie Umsetzen gelingen kann. Daher erzähle ich Dir im folgenden, wie mein Überwinden der Dysbalance zum Erreichen einer neuen Balance aussah. Solltest Du das Video kurz nach dem Unfall meines Ex-Mannes nicht gesehen haben, schau es Dir am besten vorher an.

Da seither noch mehr geschah, diese kurze Zusammenfassung:  Vermisstenanzeige, Unfall beim Joggen, Intensivstation Unfallklinik, Identifizieren in Polizeibegleitung, schweres Schädel-Hirn-Trauma, diverse Brüche, Reanimation und Operation, Neuro-Reha-Klinik, Pflegeheim mit hoher Pflegestufe…

Dass der Vater unserer erwachsenen Kinder, geistig und körperlich topfit, von einem Augenblick zum anderen aus seinem gewohnten Leben gerissen wurde, war für die beiden ein Schock. Umso wichtiger war, dass ich sie unterstützen konnte mit Rat und Tat, vor allem aber dem Vorleben, wie solch eine Situation über Monate hinweg zu meistern ist.

Beispiel des Überwindens

Annehmen und Sinnfrage

  • Annehmen der Situation: Grundsätzlich fällt mir Annehmen leicht, da ich um den Sinn weiß, schon bevor ich ihn konkret kenne. Als sich zeigte, dass noch karmische Altlasten zu begleichen waren, konnte ich mich auch gut auf das von mir geforderte Engagement einlassen. Der Unfall gehörte zu seinem Leben, ich habe ihn angenommen ohne der beteiligten Autofahrerin Schuld zu geben. Als er zwischen Leben und Tod stand, konnte er sich entscheiden, zu sterben oder ins Leben zurückzukehren. Sein Leben als Schwerbehinderter braucht vor diesem Hintergrund kein Hinterfragen, ob Sterben besser gewesen wäre.
  • Nach dem Sinn fragen: Wer solch einen Unfall schon vor seinem Inkarnieren abspricht, möchte besonders viel Karma in diesem Leben abbauen. Vergleichbar mit einem Wanderer, der einen schweren Rucksack auf seinem Rücken trägt, geht auch ein Mensch mit Behinderungen mühevoll durch´s Leben. Bemitleiden bringt Leiden. Es geht um tatkräftig helfen und den Hut ziehen vor dem Mut des Beteiligten, solche Mühen auf sich zu nehmen. Alles macht Sinn, das Fragen, welchen, lohnt sich!

Lücke und Lösungen

  • Auf die Lücke schauen: Zunächst ging es darum, mich nicht auf die Hindernisse zu zentrieren. Ich habe die Frage „Warum“ vermieden, warum dieser Unfall, warum mit derart schweren irreparablen Schäden, warum, warum, warum … Meine Lücke waren die Gefühle. Funktionieren müssen und genau das tun, was ich partout ungern tue, hat mich emotional langsam aber sicher ausgehöhlt. Deshalb kam ein lang gehegter Wunsch hoch, der sich zuerst in Träumen, dann auch im Wachbewusstsein manifestierte – ich wollte mir einen Hund anschaffen als Begleiter in der Natur und als therapeutischen Helfer.
  • Lösungen finden: War es klug, in Zeiten starker Zusatzbelastung zusätzlich einen Welpen großzuziehen? Zum Glück habe ich den Verstand gebremst und mich beim ersten Züchterbesuch in ein Wollknäuel verliebt. Da gab es kein Halten mehr, er kam gleich mit. Versierte Hundebesitzer in der Nachbarschaft unterstützten mich sehr hilfreich bei Fragen rund um Futter, Erziehung, welpengerechter Umgestaltung von Haus und Garten … Ich brauchte nicht einmal fragen, die Lösungen kamen zu mir!

Kräfte und Ausgleich

  • Eigene Kräfte wecken: Mütterlichkeit ist eine starke Kraft, eine, die mich alle meine Kräfte aktivieren lässt. Es war selbstverständlich, das kleine neue Familienmitglied in den ersten 4 Wochen nachts alle 2 Stunden herauszutragen. Dazu, ihn tagsüber zu versorgen mit gutem Futter, mit ihm zu spielen, zu schmusen und auch schon mit der Erziehung zu beginnen. Die Kräfte waren in dem Maß da, wie ich sie brauchte. Genauso kam mir meine Ausgeglichenheit zugute, geweckt habe ich sie schon lange, nun ging es um ihr Erhalten. Ich verschob Termine, ließ weniger wichtige Dinge liegen, nahm Hilfe an und blieb dadurch in meiner Mitte.
  • Einen Ausgleich schaffen: Für mich etwas tun war der passende Ausgleich zu dem da Sein für andere. In dem Maße, wie ich meine Kräfte einsetzen, Klarheit und Ruhe bringen konnte, hat der Welpe mich emotional aufgefüllt. Dem Schrecken eines Unfalls mit schwersten Folgen wurden pure Lebensfreude, Spiel und Neugierde entgegengesetzt. Einen besseren Ausgleich hätte es in dieser Phase nicht geben können.

MeisterIN der Balance werden

Kein Mensch ist permanent in Balance. Je mehr Du das Ungleichgewicht schätzen lernst, umso geschickter kannst Du die obigen Punkte anwenden, um die Balance wieder zu erlangen. Trifft Dich es Dich heftig, wirst Du deine Kräfte besonders spüren und sie einsetzen für Dich.

Solche Phasen lassen Dich im Nachhinein fragen „Was kann mich aus der Bahn werfen?“ Wenn Du heftige Zeiten überstanden und Deine Balance wiedergefunden hast, wirst Du Dir auf die Schulter klopfen. Es ist jederzeit wiederholbar, Du hast die Fähigkeiten dazu. Solange Du Altes aus Deinem Leben herauslöst, um Platz für Neues zu schaffen, bedeutet dies ein Ausbalancieren.

Gerade jetzt in Zeiten unaufhörlichen Wandels entstresst die Fähigkeit hierzu den Alltag entscheidend. Wer sich gegen Wandel und das damit verbundene wieder und wieder Finden der Balance wehrt, macht sich zum Opfer.

Um wie viel angenehmer ist dagegen ein Meistern der Balance, ein Ja zu den Herausforderungen der jetzigen Zeit? Wer den Wechsel von Dysbalance und Balance annimmt, wird zum Meister oder zur Meisterin der Polarität des Lebens.

 

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